Nepal Geberit Hilfsorganisation Helvetas

Hilfe für Rautani

Steine auseinanderklopfen, eine Quelle fassen und einen Graben ausheben. Hier war Muskelkraft und Ausdauer gefragt.

Geberit Mitarbeiter im Einsatz für sauberes Trinkwasser in Nepal

Mein Name ist Christina Tober. Hier bei Geberit bin ich verantwortlich für die Erstellung des Kunden- und Mitarbeitermagazins und für die Umsetzung von crossmedialen Kampagnen. Als ich vom Sozialprojekt hörte, war mir sofort klar: Hier würde ich sehr gerne mitmachen. Das Los entschied: Mit 14 anderen Mitarbeitern aus Pfullendorf, Ratingen und Lichtenstein ging es für mich nach Nepal. Ich freute mich natürlich riesig, war aber auch gespannt, was auf uns zukommt. Das Projekt hat übrigens Helvetas, eine Hilfsorganisation aus der Schweiz, die sich unter anderem um die effiziente Wasserversorgung und Nutzung in Entwicklungsländern kümmert, initiiert. Bevor wir gemeinsam in die Ferne reisten, lernten wir uns bei einem Treffen kennen und bereiteten uns auf den Einsatz vor.

Sozialprojekt in Nepal.

Lehmhütte, Natur, Nepal

Die Menschen leben in einfachen Lehmhütten.

Nepals Hauptstadt – lebendig und bunt

Im November war es dann soweit: Angekommen am Flughafen in Kathmandu, war mir schon bei der holprigen Landung klar, dass hier alles etwas anders ist. Das bestätigten auch gleich die ersten beiden Tage, an denen wir die Hauptstadt erkunden konnten: Beeindruckende Tempel, bunte Farben und der allgegenwärtige Hinduismus und Buddhismus zogen mich in ihren Bann. Die Nepalesen begrüßten mich mit ihrer herzlichen und friedlichen Art. Kleine Läden, holprige Straßen, durch die sich meist ältere Autos und Zweiräder schoben, dominierten das Straßenbild in der Innenstadt. Nepal und all seine Facetten begeisterten mich sofort! Auch der Wetter-Gott war auf unserer Seite – es war angenehm warm und nicht zu heiß, was gut war, denn wir waren ja nicht hier, um Urlaub zu machen, sondern um zu arbeiten.

Lehmhütten in den Dörfern – ohne Strom- und Wasserleitungen

Am dritten Tag unseres Nepal-Aufenthaltes machten wir uns dann auf den Weg zu dem kleinen Dorf namens Rautani, das inmitten von Terrassenfeldern und unberührter Natur liegt. Eine abenteuerliche Anreise – zunächst mit dem Flugzeug von Kathmandu Richtung Westen, dann mit dem Bus auf staubigen Passstraßen, weiter mit dem Jeep auf immer engerem unwegsamen Gelände und schließlich noch ein strammer Fußmarsch. Wir trafen auf Menschen, die diese Gegend noch nie verlassen haben, die uns Fremde aber sehr herzlich mit Blumenketten empfingen, uns Tee reichten und einen roten Punkt auf die Stirn malten. Der sogenannte Tilaka wird als Segenspunkt zu Zeremonien oder Festlichkeiten getragen und symbolisiert die Kraft des dritten Auges.

Dass zwischen Stadt und Dorf große Unterschiede herrschten, merkten wir sofort: Die Dorfbewohner leben in einfachen Lehmhütten, bauen ihr Getreide und Gemüse auf den umliegenden Feldern an und halten Nutztiere. Sie stehen mit der Sonne auf und gehen zu Bett, wenn sie untergeht, denn sie haben einfach kein Stromnetz. Einige besitzen Solarzellen, doch diese reichen nicht aus, um eine Glühbirne lange brennen zu lassen. Viele Männer sind in größere Städte gezogen, um dort zu arbeiten und den Familien Geld zu schicken. Die Frauen verdienen sich mit dem selbstangebauten Gemüse, das sie auf dem Markt in Dullu nach einem zweistündigen Fußmarsch verkaufen, etwas dazu. Auch die Kinder sind viel unterwegs: Sie laufen einige Stunden zur nächstgelegenen Schule. Dennoch machen alle einen zufriedenen Eindruck.

Ihr Wasser tragen sie von einem Brunnen zu ihren Häusern, doch durch den langen Transportweg und die Lagerung wird das eigentlich saubere Brunnenwasser oft verunreinigt.

Hinter jeder Hütte ist ein Klohäuschen: ein trockenes Hock-WC. Manchmal fühlte ich mich in eine Zeit vor 300 Jahren zurückversetzt, bis ich wieder jemand telefonieren hörte – ja, auch hier gibt es tatsächlich Empfang und auch die Nepalesen rennen mit dem Handy durch die Gegend.

 

Unser Projekt – sauberes Trinkwasser für Rautani

Nun aber genug zu Land und Leuten, wir waren schließlich vor Ort, um die Bewohner beim Bau einer Wasserleitung zu unterstützen. Wir halfen unter anderem eine Quelle zu fassen, eine Zisterne zu bauen und einen Graben für die Wasserleitung von der Quelle zur Zisterne und ins Dorf zu graben. Wir waren als Teil des Projekts am Anfang dabei, halfen also bei den Vorarbeiten, wie den Graben ausheben, in den später die Wasserleitung versenkt wird. Insgesamt werden am Ende des Projekts ca. 7500 Meter Rohre verlegt sein. Für die Zisterne wurden unter anderem auch Kieselsteine gebraucht: Die gibt es aber in Nepal nicht – wir stellten sie also selbst her – mit einfachen Werkzeugen, selbstgebaut von Dorfbewohnern. Es war eine spannende Erfahrung.

Vor Ort unterstützten uns einige nepalesische Helvetas-Mitarbeiter vom Sitz in Surkhet – natürlich auch bei der Kommunikation mit den Einwohnern Rautanis. Die Dorfbewohner, die zum Teil auch zur Finanzierung des Projekts beitragen, packen bei den Bauarbeiten selbst mit an.

Fünf Tage lang dauerten die Arbeiten für uns, ich klopfte Steine und half beim Graben. Es war anstrengend und ich bemerkte, dass die Nepalesen viel zügiger als wir arbeiten, viel mehr Kraft haben und körperliche Arbeit gewohnt sind. Wir konnten uns zwar nicht wirklich verständigen, trotzdem lachten wir, denn die gemeinsame Arbeit verband.

Bis die Wasserleitung wirklich fertig ist, wird es noch etwa bis Juni 2018 dauern. Die Menschen freuen sich jetzt schon auf diesen Moment, sind dankbar und wissen, welche Erleichterung das für sie bedeutet.

 

Graben mit Hindernissen

Ein Augenblick ist mir noch besonders in Erinnerung geblieben: Die unterirdische Wasserleitung musste auch ein Stück durch den Wald gegraben werden und dabei stießen wir auf einen großen Stein, der aus dem Graben gehoben werden musste. Mit vereinten Kräften hoben wir dieses Monstrum ohne Hilfsmittel heraus. Das war ein beeindruckender Moment, denn ich war überrascht, was nur mit Körperkraft zu schaffen ist.

Ja, der Abschied fiel mir wirklich schwer und ich erinnere mich noch genau und gerne an diesen Moment: Wir machten gemeinsame Fotos und obwohl wir so wenig voneinander wussten, merkten wir, dass wir uns doch alle so sehr ins Herz geschlossen haben. 

Teambild, Blumenketten, Nepal

Die Dorfbewohner bedanken sich mit Blumenketten beim ganzen Team.

Ich würde jederzeit wieder beim Sozialprojekt mitmachen. Das war eine aufregende Zeit, Freundschaften sind entstanden und es fühlt sich gut an, anderen Menschen zu helfen. Wir überlegen schon, ob ein Teil des Teams bald wieder nach Nepal reist. Auch für mich persönlich habe ich viel mitgenommen: Die Menschen sind viel entspannter, gelassener und finden immer einen Weg. Ich bin seit der Reise auch gelassener. Wie es den Menschen in Rautani wohl geht? Das frage ich mich oft und die Zeit in Nepal werde ich wohl nie vergessen...

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