Frau sitzt mit verkrampften Händen auf Toilette.

Service & Ratgeber

Weniger Scham, mehr Charme!

Woher kommt die Scham beim Thema Darm? Wir haben einen Psychoanalytiker gefragt, was wir ändern müssen, damit wir den Toilettengang genießen können.

Für einen gelasseneren Umgang mit dem WC

Quizfrage: Für den Po gibt es nichts Besseres als – ? Genau, als Leser unseres Blogs weißt du natürlich Bescheid, allen anderen sei die Antwort hier verraten: die Reinigung mit reinem Wasser mittels Dusch-WC! Doch trotz Empfehlungen der Medizin hat sich diese Reinigungsart bei uns (im Gegensatz zum asiatischen Raum) noch relativ wenig verbreitet. Kann das etwas mit gesellschaftlich überlieferten Tabus zu tun haben? Immerhin, und das haben wir auch in vergangenen Blogbeiträgen schon thematisiert, ist der Toilettengang von Scham geprägt. Aber woher kommt diese Scham? Und wie schaffen wir es, den Toilettengang als das zu sehen, was er auch sein kann: nämlich ein entspannendes Frische-Erlebnis? Ich wollte es genauer wissen und habe mit dem Aachener Psychoanalytiker Micha Hilgers gesprochen.

Micha Hilgers, Psychoanalytiker aus Aachen.

Diplom-Psychologe Micha Hilgers ist Psychoanalytiker, Supervisor und Coach in Aachen. Foto: privat.

Waren wir früher wirklich schamloser?

Auf den öffentlichen Latrinen der alten Römer ging es gesellig zu, im Mittelalter und sogar noch Anfang des 20. Jahrhunderts entleerten sich die einfacheren Leute meist öffentlich auf der Straße. Heute undenkbar! Aber wieso schließen wir uns in der Toilettenkabine ein und schämen uns auf öffentlichen WCs für die entstehenden Geräusche und den Geruch, wenn wir doch alle wissen, dass es ein ganz normaler Vorgang unseres Körpers ist?

Scham ist ein gesellschaftliches Phänomen und ein persönliches Gefühl. Und schamhaft waren wir schon immer. Micha Hilgers weiß: „Obwohl manche Forscher Menschen früherer Epochen größere Schamlosigkeit unterstellen, ist diese Auffassung falsch. Schon in den römischen Badehäusern der Antike herrschte strenge Geschlechtertrennung. Männer wie Frauen waren gehalten, die Genitalien zu verdecken. Die Schamhaftigkeit der Besucher war sowohl durch die Geschlechtertrennung als auch die langen Gewänder gewährleistet. Und mit der stetigen Weiterentwicklung der Hygienestandards stieg dann auch die Schamempfindlichkeit.“

Kein Ort der Entspannung?

Doch bei aller Schamempfindlichkeit verbringen wir immerhin insgesamt drei Jahre unseres Lebens auf der Toilette. Warum sind wir dann nicht bereit, in das WC genauso zu investieren wie zum Beispiel in eine komfortable Matratze? Auch diese Frage habe ich Micha Hilgers gestellt. Seine Antwort: „Dass Verbraucher für ihr Schlafzimmer deutlich mehr Geld auszugeben bereit sind als für den Toilettenbereich ist sehr naheliegend. Das Bett wird als Bereich der Entspannung erlebt, im Gegensatz zur Toilette.“ Aber wieso können wir auf der Toilette nicht entspannen? Laut Sigmund Freud, dem Gründervater der Psychoanalyse, durchlaufen wir im Alter von zwei bis drei Jahren die anale Phase, in der wir anfangen, den Stuhlgang zu steuern. Das ist nicht einfach, wird oft mit Gefühlen wie Lust oder Unlust verbunden, gepaart mit der jeweiligen kulturellen Vorstellung von Sauberkeit und Hygiene. Bei vielen Erwachsenen kann aus dieser Zeit ein Tabu gegenüber dieses Themas zurückbleiben.

Wohlfühlen ist anders: Luxuriöses Bad mit einfacher Toilettenkeramik.

Mit Humor geht vieles leichter – auch das Sprechen über vermeintliche Tabus, wie etwa den Toiletten-Komfort.

Lass uns drüber reden!

Die von uns in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage* zeigt jedoch, dass die Deutschen weniger tabubehaftet sind als gedacht: Lediglich 16 % sprechen mit niemandem über den Toilettengang. Jeweils ein Drittel der Befragten gibt an, sich mit dem Partner (36 %), mit engen Familienmitgliedern (30 %) oder mit jedem, sofern das Thema aufkommt (32 %), über den Toilettengang auszutauschen. Das Interessante dabei: Es sind vor allem die unter 30-jährigen, die weniger Probleme haben, offen darüber zu sprechen als ältere Befragte. Alles also eine Frage des Alters? Oder eher der Generation? Immerhin werden durch Internet und Social Media in vielen Bereichen des Lebens Tabus immer öfter gebrochen. Auch dazu habe ich Micha Hilgers befragt. Seine Meinung: „Wie offen über Toilettengänge und WC-Komfort gesprochen wird, hängt ganz sicher von Erziehungseinflüssen ab. Je freier und unkomplizierter Körperlichkeit in Kindheit und Jugend erlebt wurde, desto entspannter auch das Verhältnis zum Toilettenkomfort. Kurz: Die liberalere Erziehung jüngerer Generationen dürfte entscheidend sein.“ Noch jedoch ist die Toilette aber gesellschaftlich weiterhin mit einer nicht zu unterschätzenden Intimitätsscham besetzt. Und diese sorgt dafür, dass wir den Toilettengang nicht genießen können.

 

Den Toilettengang zum Erlebnis machen

Dabei wäre es durchaus sinnvoll, sich von dieser Scham – zumindest in den eigenen vier Wänden – zu befreien und sich mit alternativen, wohltuenden Reinigungsmethoden zu beschäftigen. Wie mit dem eingangs bereits erwähnten Dusch-WC, das den Po sanft mit körperwarmem Wasser reinigt. Bei unseren Geberit AquaClean Modellen lassen sich sowohl Wassertemperatur als auch die Stärke und Position des Duschstrahls individuell einstellen. Das sorgt für eine wohltuend erfrischende und hygienisch saubere Intimreinigung. Dass solche Komforttoiletten hierzulande noch relativ wenig verbreitet sind, hat laut Hilgers nicht unbedingt etwas mit Scham, sondern mit fehlendem Charme zu tun: „Bei allem, was mit lustvollem Erleben zu tun hat, spielen Humor und eine gewisse selbstverständliche Leichtigkeit in der Kommunikation eine entscheidende Rolle.“ Damit trifft er den Nagel auf den Kopf, wie ich finde, denn schließlich ist das auch die Intention unsers Blogs hier: Auch wir von Geberit wollen das Thema Toilette enttabuisieren und es mit der nötigen Prise Witz und Lifestyle positiv aufladen. Für uns ein Ansporn, weiter dran zu bleiben und weiter mit Charme darüber zu reden – für mehr erfrischend sauberen Po-Komfort, für mehr „Bessermüsser“!


Und wie ist deine Einstellung zu dem Thema: mehr Scham oder mehr Charme für den Po?

*Basis: Forsa-Umfrage im Auftrag der Geberit Vertriebs GmbH unter 1.014 Befragten (Erhebungszeitraum: April 2020).

Titelbild:  © AdobeStock/petzshadow

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