Wer hat das Dusch-WC erfunden?

Japan hat die meisten Dusch-WCs, dabei stammt die Erfindung aus einem anderen Land und erfreut sich inzwischen auch bei uns immer größerer Beliebtheit.

Über Erfinder und Nutzer

Japan – das Land der roten Sonne und der Dusch-WCs. Kaum ein Land ist bekannter für die sanfte Reinigung mit Wasser als Japan. Dabei war es ein Schweizer, der 1957 das Patent auf diese Toilette anmeldete. Heute erfährst du alles rund um die Dusch-WC-Erfindung und den Durchbruch in Japan.

Das Land der Dusch-WCs

Warst du schon mal in Japan? Dann weißt du sicher, wie eng es in den Städten zugeht, kennst die „U-Bahn-Stopfer“ und weißt, wie höflich und hygienisch das Volk ist. Sicher bist du an einem Dusch-WC auch nicht vorbeikommen. Da kommt bei vielen Touristen immer wieder der Verdacht auf, es handele sich um eine japanische Erfindung. Die Japaner haben nämlich längst den Vorteil der Reinigung mit Wasser erkannt und wischen nicht mehr mit Papier: Über 75 Prozent der japanischen Haushalte sind mit einem Dusch-WC ausgestattet. Dabei zerbrach sich der Schweizer Hans Maurer zwei Jahre lang den Kopf, feilte und entwickelte an der besonders hygienischen Toilette und meldete dann 1957 das Patent an. Er versuchte sein Dusch-WC in die Bäder der Schweizer zu bringen, doch das gelang ihm nur bedingt. Etwa 40 Jahre nach der Unternehmensgründung hat Maurer gerade einmal 120 000 Dusch-WCs verkauft.

Tokio, Menschenmassen

In Tokio geht es hektisch zu, da freut sich der Japaner über seine Wohlfühldusche auf der Toilette.

Der Siegeszug der Dusch-WCs

1977, also 20 Jahre später, lief das Patent Maurers ab und die hygienebegeisterten Japaner ergriffen ihre Chance und konstruierten das Dusch-WC weiter. 1980 kam das erste eigens entwickelte Dusch-WC auf den Markt; 1982 tummelten sich bereits rund 20 Anbieter auf dem japanischen Markt.

Und auch wir haben schon 1978 den ersten Dusch-WC-Aufsatz „Geberella“ und ein Jahr später die Komplett-Anlage „Geberit-o-Mat“ auf den Markt gebracht. In Deutschland lief die neue Form des Toilettengangs zunächst nicht so gut an. Ja, über solche intimen Themen spricht man hierzulande eher weniger. Die Japaner hingegen pflegen einen recht offenen Umgang mit dem WC. Außerdem kommt der Erfindung zu gute, dass in Japan eine Heizung im Toilettenraum unüblich ist. Daher sind beheizte WC-Sitze zum Standard geworden und mit dem bereits vorhandenen Stromanschluss für die Warmwasserbereitung lässt sich das Dusch-WC recht unkompliziert einbauen. In Deutschland muss dieser erst gelegt werden – etwas mehr Aufwand, aber kein Problem.

  • Dusch-WC von Geberit, Urform

    Der erste Aufsatz „Geberella“ von 1978 bis 1993.

  • Dusch-WC von Geberit, Urform

    Die erste Komplett-Anlage „Geberit-o-Mat“ von 1979 bis 1986.

  • Dusch-WC von Geberit, Urform

    DoucheWC 7000 (Balena 7000) von 1985 bis 2004.

  • Dusch-WC von Geberit, Urform

    DWC 3000 von 2001 bis 2007.

  • Dusch-WC von Geberit, Urform

    Balena (TC) 5000 / 6000 von 1996 bis 2005.

  • Dusch-WC von Geberit, Urform

    Balena (TC) 4000 von 2001 bis 2008.

  • Dusch WC AquaClean mit Fernbedienung

    Das Geberit AquaClean heute – ein Lifestyle-Produkt mit technischen Highlights.

Spätzünder und Technikliebhaber

Nun ja, also was das Dusch-WC angeht, sind die Deutschen spät dran, dafür sind sie aber design-technisch fortschrittlicher als ihre japanischen Kollegen. Inzwischen erfreut sich die besondere Toilette immer mehr Beliebtheit. Das liegt sicherlich auch ein bisschen an uns, denn wir lieben Design und jedes Dusch-WC verfügt über viele Funktionen, die das Leben vereinfachen – und die sind ganz schön technisch. Echt überraschend, welche Entwicklung das WC gemacht hat, schließlich begann die Erfolgsstory mit einem Erdloch im Boden.

Inzwischen haben wir fünf verschiedene Dusch-WCs und zwei Aufsätze entwickelt. Und wir blicken gespannt in die Zukunft, was den Entwicklern noch einfällt. Auf jeden Fall ist ein Kulturwandel in Sicht.

 

Bildnachweis "Tokio": © Sean Pavone/shutterstock.com

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